|
Home
|<zurück |
JWD-Nachrichten | BitChute
|
Teilen
|
25.09.2026 12:00 | Teilen

Das Geschwätz über
das angebliche „Machtbeben“
Eine parteipolitische Wachablösung ist kein Systemwechsel / Das
Establishment verteidigt seine Fleischtöpfe mit Zähnen und Klauen -
Schallende Watschen der Wählerschaft wirken (vorerst) nicht. Kanzler
Merz, vollmundig sich selbst überhöhend: „[…] Reformen sind das Mittel
gegen das autoritäre Gift, das mit der Faszination des Autoritären immer
tiefer in unsere Gesellschaft eindringt. Was jetzt zu tun ist, erfordert
Rückgrat, Standhaftigkeit […]. Ich werde das aufbringen, als
Parteivorsitzender der CDU und... [Quelle:
publikumskonferenz.de]
JWD
...vor allem als Bundeskanzler unseres Landes.“[1] Dafür hat der Mann
aktuell gerade mal noch 15 Prozent Zustimmungswert. 84 Prozent der
Bevölkerung sind gegen seine Reformpolitik.[2] Das provoziert die Frage:
Regiert Merz noch demokratisch – oder schon autoritär? Erweitert: Ist
Deutschland eine Demokratie – oder doch nur ein Gemeinwesen, das alle
äußeren Merkmale von Demokratie aufweist, ohne deren Kern zu besitzen?
Von Friedhelm
Klinkhammer und Volker Bräutigam
Quelle:
publikumskonferenz.de
| Maren Müller veröffentlicht in NEWS | veröffentlicht
am 22. September 2026

Screenshot |
Quelle:
publikumskonferenz.de
| Beitragsbild KI-generiert
Unmissverständlich war, wen Merz als autoritäre Giftspritze angriff,
auch wenn er den Namen am Wahlsonntagabend nicht aussprach: die AfD,
derzeit auf Höhenflug in der Wählergunst. Sein neidvoll-gehässiger
Spruch über diese Partei dürfte sie zwar kalt lassen, dafür aber zum
fortgesetzten Niveauverlust im politischen Meinungsstreit hierzulande
erheblich beitragen. Die am Wahlsonntag sorgfältig vermiedene Debatte
über ein Verbotsverfahren gegen die AfD wird nach kurzer Pause aufleben
und weiter angeheizt werden. Der faschistoide Ungeist dahinter: „Willst
du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein.“[3]
Mit Blick auf die selbstgerechten Demonstranten, die derzeit allerorten
nach einem Parteiverbot rufen[4], weil die AfD „gesichert
rechtsextremistisch“[5] sei: Ob diese bedauernswerten Mitläufer
„gesichert katholisch“ sind? Im Ernst: Die rechthaberische
Propagandafloskel „gesichert …-extremistisch“ unsres parteipolitisch
verseuchten Geheimdienstes ist bescheuert. Wer sie ohne Würgereiz
schluckt, sollte sein weltanschauliches Fundament überprüfen. Falls er
den Satz „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür,
dass Sie sie sagen dürfen“[6] für unzeitgemäßes Gelaber hält, mag er
sich getrost für „gesichert undemokratisch“ halten.
Gesichert ist, dass Unionschristen, Sozis, Grüne und Linke derzeit mit
viel Eifer und Fleiß Stellungnahmen, Studien und Gutachten zur Frage
sammeln, ob die AfD genügend Gründe für einen Verbotsantrag beim
Bundesverfassungsgericht liefert.[7] Der nordrhein-westfälische
Ministerpräsident Wüst hat ihn öffentlich gefordert.[8] Haben die, haben
wir keine größeren Sorgen als das Gezeter einiger Wiedehopfe in der AfD?
Das mangelhafte Geschichtsbewusstsein der vermeintlich linken bzw.
kritischen Aktivisten ist erschütternd. Parteiverbote und politische
Verfolgung sind Relikte der Nazi-Zeit. Ein Schandmal, das auch die
Bundesrepublik verunstaltet.
Der Ungeist ist längst aus der Flasche
Nur elf Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus, am 17. August
1956, wurde die KPD wieder verboten.[9] Diesmal von „wehrhaften
Demokraten“. Weder das Gericht noch die veröffentlichte Meinung hielten
den Kommunisten zugute, dass sie die Speerspitze des Widerstands gegen
die Hitler-Diktatur gewesen waren und dafür einen hohen Blutzoll
zahlten. 150 000 KPD-Mitglieder waren in „Schutzhaft“ genommen und in
die Konzentrationslager verfrachtet, mindestens 20 000 ermordet
worden[10]; ihr Vorsitzender, Ernst Thälmann, wurde nach elf Jahren
qualvoller Einzelhaft auf direkten Befehl Hitlers im August 1944 in
Buchenwald erschossen.[11]
Im „Schwur von Buchenwald“ hieß es: „Die endgültige Zerschmetterung
des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens
und der Freiheit ist unser Ideal.“[12] Viel wurde nicht daraus.
Schon der erste Bundeskanzler, Konrad Adenauer, umgab sich mit Nazis
übelster Sorte; den Hans Globke, Mitwirkender an den Nürnberger
Rassengesetzen[13], machte er gar zum Chef des Bundeskanzleramtes.[14]
„Er ist das prominenteste Beispiel für die Kontinuität der
Verwaltungseliten zwischen dem NS-Staat und der frühen Bundesrepublik
Deutschland“.[15]
Ein eindrucksvolles Beispiel fürs Fortwirken der Nazi-Ideologie ist das
KPD-Verbotsurteil des Bundesverfassungsgerichts.[16] Längst weiß man,
wie es herbeigeführt wurde: mit politischem Druck aus dem Kanzleramt,
mit üblen Manipulationen und unter Missachtung der Gewaltenteilung.
„Es ist damals zwischen Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht
taktisch und inhaltlich abgestimmt worden.“ [17] Die Folge: Wie zu
Nazi-Zeiten wurden Kommunisten verfolgt, verächtlich gemacht, ins
Gefängnis geworfen, ihrer beruflichen Existenz beraubt.[18] Das
Unrechtsurteil ist bis heute nicht aufgehoben.[19]
Gesinnungsterroristen
Unter dem Alt-Nazi und späteren Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger wurde
der antikommunistische Gesinnungsterror fortgesetzt und bekam mit den
„Notstandsgesetzen“ eine weitere antidemokratische „Rechtsgrundlage.[20]
Sie inspirierten auch beim Vorgehen gegen die 1968 gegründete Deutsche
Kommunistische Partei, DKP.[21] Mit einem Verbotsverfahren in Karlsruhe
hielt man sich erst gar nicht mehr auf. Unser „Rechtsstaat“ ging
vielmehr gleich dazu über, 3,5 Millionen Bürger nach DKP-Mitgliedschaft
oder -nähe auszuspionieren, Berufsverbote gegen sie zu verhängen, ihnen
die Existenzgrundlage zu nehmen.[22]
Um Legendenbildungen vorzubeugen: Das wird bis heute so gemacht.[23]
Obwohl der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) 1995
urteilte, die Berufsverbote-Praxis verstoße gegen die Konvention für
Grund- und Menschenrechte[24], wurde sie damals nicht beendet und keine
generelle Entschädigung ihrer Opfer beschlossen[25]. Im Gegenteil: In
den Bundesländern werden Berufsverbote neuerdings wieder verstärkt
verfügt, zum Beispiel im rot-grün regierten Hamburg.[26]
EU-weit wird der Rechtsbruch – in Form von „Sanktionen“ – nicht nur an
Abweichlern unter den eigenen Bürgern vollzogen, sondern sogar an
Schweizern, die innerhalb der EU leben und arbeiten.“ [27] Zu den
klassischen Zwangsmitteln gehört das Debanking, auf Deutsch: die ruinöse
Sperrung privater Bankkonten und Kreditkarten. Sie wird ganz ohne
rechtsgültige Urteile vollstreckt, nur auf behördlichen Druck hin.“[28]
Auch gegen missliebige Parteien und Organisationen. Die werden
gelegentlich sogar mit polizeilicher Hausdurchsuchung drangsaliert,
obwohl derart Unverhältnismäßiges von Karlsruhe als verfassungswidrig
beurteilt wurde.[29]
Hier haben wir die Blaupause für den gewaltsamen Umgang der
(vermeintlichen) Mehrheit mit ihren entschiedenen Kritikern und
Andersdenkenden.
Seit der Corona-Krise sind die zerstörerischen Folgen ihres
Meinungsterrors für jedermann sichtbar und spürbar. Obwohl die Freiheit
der Meinungsäußerung grundgesetzlich (bedingt[30]) geschützt ist, haben
immer mehr Mitmenschen das deutliche Gefühl, nicht mehr sagen zu dürfen,
was sie denken. „Statista“ ermittelte:
„Als größte Bedrohung für die
Meinungsfreiheit wird dabei oft eine linke ‚Zensurkultur‘ (Cancel
Culture) ausgemacht – ein Phänomen, das von der Gegenseite gerne als
Einbildung oder rechter „Kampfbegriff“ abgetan wird.“ [31]
Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen
Dass der skandalträchtige, von Lug und Trug lebende Verfassungsschutz
knietief im neonazistischen Sumpf watet, ist dank unserer
regierungsfrommen Massenmedien im öffentlichen Bewusstsein nicht
präsent. Stichworte: Führende NPD-Funktionäre waren V-Leute[32] des
„Dienstes“; „Aktion Konfetti“ [33], die Vernichtung von
Ermittlungsunterlagen im Verfahren gegen den NSU
(Nationalsozialistischer Untergrund); der (vorgeblich aufgeklärte)
Anschlag auf den Berliner Breitscheit-Platz[34]; die Thüringer „Aktion
Rennsteig“[35].
Trotzdem: Der lauthals verkündete Verfassungsschutz-Befund
„gesichert rechts/links/extremistisch“
wirkt wie ein Urteilsspruch aus Karlsruhe, obwohl er bloß von einer
parteiischen, an ministerielle Weisung gebundenen Behörde stammt. Es
sieht ganz danach aus, als wolle Innenminister Dobrindt (CSU) dem die
Krone aufsetzen und seinem „Verfassungsschutz“ noch mehr Übergriff
ermöglichen – indem er ihm per Gesetz neben dem reinen Ausforschen auch
„operative Befugnisse“ zugesteht[36], die bisher der Polizei vorbehalten
sind. Der fundamentale Unterschied zwischen Geheimdienst und Polizei,
von den „Vätern (und Müttern) des Grundgesetzes“ ausdrücklich verfügt
wegen der furchtbaren Erfahrungen mit der Nazi-Gestapo, würde damit
aufgehoben.
Die Verformung von Grünen und Linken
Mit dem Auftauchen der Grünen in den frühen 80ern bot sich dem
Verfassungsschutz ein erweitertes Betätigungsfeld: Zu den
Gründungsmitgliedern der neuen Partei zählten schließlich vormalige
„Kommunisten“ (KBW-Sektierer wie Alt-„Minischterbräsident“
Kretschmann[37], Ex-Mao-Fan Bütigkofer[38], Ex-Umweltminister
Trittin[39]), ehemalige K-Gruppen, Spontis[40] und Friedensbewegte.
Bis 1985, als basisdemokratische, friedenspolitisch orientierte
Links-Grüne ihre Partei verließen und die „Realos“ zu bürgerlichen
Autoritäten mutierten, hatten die Grünen speziell in Bayern,
Baden-Württemberg und Niedersachsen die Fürsorge der Staatsschnüffler
genossen.[41] Deren Begründung für die Bezichtigung
„verfassungsfeindlich“ war schon damals lachhaft: „Verdeckte […]
Plattform für kommunistische Systemveränderer“, und „Verächter […] der
parlamentarischen Demokratie“. Den Grünen wurde vorgeworfen, einen
„Umbau unserer Gesellschaftsordnung“ und die Errichtung einer
Rätediktatur anzustreben.[42]
Dank der Pfründe, die sich (fast) jedem Berufspolitiker eröffnen, hatten
die Grünen gelernt, den hierzulande Herrschenden aus der Hand zu
fressen, anstatt sie zu kontrollieren, ihre Macht und illegitimen
Einfluss zu zügeln und ihren unmäßigen Reichtumszuwachs sozialdienlich
abzuschöpfen. Die Realo-Führungsfigur Fischer steht als Symbol dieser
widerlichen Transformation zur „grünen Raupe Nimmersatt“[43]: vom Steine
werfenden Revoluzzer zum NATO-bombenden Außenminister.
Spiegelbildlich verlief die Entwicklung der vormals radikalen SED/PDS
zur PDS und schließlich handzahmen Linkspartei, nämlich brav an der
Kandare der Staatsaufsicht. Eine kleine, aber kennzeichnende
Schmiergeschichte zeigt die Metamorphose des einst stramm
sozialistischen Parteivorsitzenden Gregor Gysi zum NATO-frommen Transatlantiker.
[44] Der damalige US-Botschafter in Deutschland, Philip
D. Murphy, berichtete im November 2009 in einer vertraulichen Depesche
über ein Gespräch mit Gysi.[45] Demnach brüstete der sich damit, die von
seiner Linkspartei beschlossene, illusorische Forderung „Auflösung der
NATO“[46] habe eine weitergehende, realistische Forderung „Deutschlands
Austritt aus der NATO“ verhindert. Für eine NATO-Auflösung sei
schließlich die Zustimmung der USA, Frankreichs und Großbritanniens
erforderlich.
Die Methodik der „Wehrhaften“
Für einen vernünftigen gesellschaftlichen Diskurs über die AfD wäre es
von Vorteil, erst einmal zu klären, worüber eigentlich gesprochen wird:
über das Denken und die Motive ihrer Wähler? Über ihre Parteimitglieder?
Über ihre Abgeordneten in den Parlamenten? Über ihr Parteiprogramm? Über
ihre führenden Funktionäre? Es ergäben sich jeweils höchst
unterschiedliche Betrachtungen. Zu untersuchen wäre außerdem, ob und
inwiefern sich die AfD dabei von anderen Parteien unterscheidet. Doch
von einer halbwegs seriösen Debatte sind wir derzeit ziemlich weit
entfernt.
Die Beweissuche zum Beleg des behaupteten „Verfassungswidrigkeit“ der
AfD folgt einem immer gleichen Verfahren: Man sammelt
problematische/bedenkliche Äußerungen von AfD-Leuten. Chancen zur
Rechtfertigung oder Erklärung bekommen die aber nicht. Umstände und
Kontext bleiben ebenfalls außer Betracht. Zudem beruft und verlässt man
sich auf die „Erkenntnisse“ des Verfassungsschutzes. Dann organisiert
man ein paar Demonstrationen, bei denen natürlich die „Nazi“-Keule nicht
fehlt, fordert und vollzieht den „Schulterschluss“ mit den anderen
bürgerlichen Parteien – und übersieht großzügig die Balken im eigenen
und in deren Auge: grundgesetzwidriger Sozialabbau (Beispiele:
Rentenkürzungsdebatte; Weigerung, die Regelsätze der Sozialhilfe
anzupassen und eine menschenwürdige Existenzsicherung zu gewährleisten,
unbeeindruckt von der gegenwärtigen Preis- und Kostenexplosion).
Gemeingefährliche, den Friedensauftrag des Grundgesetzes missachtende
Kriegsfantasien gibt’s obendrein, wie bei der Konkurrenz.
Niemand weiß zu sagen, ob die AfD im Falle einer Regierungsübernahme
dazu neigen würde, sich unsere Verfassung zurechtzubiegen. Das wird ihr
bislang spekulativ unterstellt. Sie hatte noch keine Gelegenheit, sich
auch auf Regierungsebene zu beweisen. Ein Platz am großen Fleischtopf,
gefüllt mit unzähligen Posten und Pöstchen, mit Zugriff auf die
Staatskasse und Drehtür zu Spitzenpositionen von Wirtschaft und Medien
wurden ihr bisher vorenthalten.
Der korrumpierenden Wirkung all dieser Privilegien war die AfD bisher
nicht ausgesetzt. Wetten darauf, dass sie genauso handzahm und
systemkonform würde wie Grüne und Linke, wenn man sie nur ließe, dürfen
gerne abgeschlossen werden.
Im soziologischen Kauderwelsch wird die Entwicklung von Grünen und PdL
folgendermaßen dargestellt:
„So trug in beiden Fällen eine Mischung aus exkludierenden,
adaptierenden und inkludierenden Strategien dazu bei, sowohl Grüne als auch – in geringerem
Maße – PDS/Linkspartei an den politischen Basiskonsens der
Bundesrepublik heranzuführen und zu entradikalisieren – wobei in beiden
Fällen der Aussicht auf symbolische Anerkennung und auf praktische
Machtbeteiligung eine wichtige Anreizfunktion zukam.“ [47]
Na bitte, wer sagt’s denn.
Politkriminelles im Parlament
Ein Treppenwitz, dass die gegenwärtigen Postenbesitzer der AfD
verfassungswidrige Absichten unterstellen – als gäbe es nicht eine Fülle
von Karlsruher Urteilen über verfassungswidrige Gesetze der Regierung
und der Parlamentsmehrheiten. Herausragend das gemeingefährliche
Luftsicherheits-Gesetz im Jahr 2006: Es wollte der Bundeswehr die
Befugnis geben, ein von Terroristen gekapertes Flugzeug notfalls
abzuschießen, obwohl das den Tod unschuldiger Passagiere zur Folge
hätte.[48] Besonders bemerkenswert auch die menschenverachtende „Hartz
IV“-Realität (zu niedrige Regelsätze, Abstrafung von Hilfesuchenden),
die von Karlsruhe als „verfassungswidrig“ befunden wurde.[49]
Ach, ihr „wehrhaften Demokraten“, die ihr euch angesichts der
AfD-Erfolge Sorgen wegen des drohenden Verlusts eurer Privilegien macht
und fragt, wie nur diese verdammte Konkurrenz zu beseitigen wäre:
Ungewollt macht ihr, in Anlehnung an einen nazi-affinen
Kanzlerspruch[50], „die Drecksarbeit“ für Merz und die ihn stützende
stinkreiche Elite. Die Bezichtigung „gesichert verfassungsfeindlich“,
bezogen auf Äußerungen von AfDlern, taugt bestimmt nicht dafür. Zur
Lektüre sei das Essay „Was ist Gerechtigkeit?“ eines der bedeutendsten
deutschsprachigen Verfassungstheoretiker empfohlen: Hans Kelsen
(1881–1973). Obwohl selbst wegen seiner freiheitlich-demokratischen
Lehre und seiner jüdischen Abstammung verfolgt und vor den Nazis aus
Deutschland geflüchtet, hielt er dem juristischen Konstrukt „wehrhafte
Demokratie“ schon 1953 entgegen:
„Kann Demokratie tolerant bleiben, wenn sie sich gegen antidemokratische
Umtriebe verteidigen muss? Sie kann es! In dem Maße, als sie friedliche
Äußerungen antidemokratischer Anschauungen nicht unterdrückt. Gerade
durch solche Toleranz unterscheidet sich Demokratie von Autokratie.“[51]
Eine rote Linie zog Kelsen erst vor physischer Gewalt, nicht schon vor
verfassungswidriger Programmatik oder Äußerungen antidemokratischer
Parteien und Politiker: Nur Versuche, die Demokratie gewaltsam zu
beseitigen, dürfe eine demokratische Regierung auch mit Gewalt
unterdrücken und verhindern.
Beste Problemlösung: Volksentscheid
Dass es den Berufspolitikern wohl weniger um Demokratie und Volkes Wille
geht als um die Sicherung ihrer Pfründe, zeigt auch ihr beharrlicher,
nun schon 87-jähriger Widerstand gegen die Einführung des
Volksentscheids. Typische Schutzbehauptung: „Bundesthemen sind oftmals
höchst komplex, die ein Aushandeln von Kompromissen notwendig machen und
nicht auf eine bloße Ja-/Nein-Entscheidung reduziert werden können.“[52]
Muss man Bäcker sein, um entscheiden zu können, ob eine Semmel schmeckt?
Im Grunde besagt die Ablehnung doch, die Bevölkerung sei zu blöde, um zu
tun, was ihre Abgeordneten im Parlament erledigen (allerdings oft unter
faktischem „Fraktionszwang“[53]. Die Abgeordneten werden nachdrücklich
auf Parteilinie gehalten. „Fraktionsdisziplin“? Hoppla, im Grundgesetz
steht: „[Abgeordnete sind] an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und
nur ihrem Gewissen unterworfen.“[54])
Im Grundgesetz ist auch der Volksentscheid ausdrücklich vorgesehen:
„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird in Wahlen und
Abstimmungen … ausgeübt“.[55] Wahlen haben wir zwar. Aber bundesweite
Abstimmungen („Volksentscheid“) nicht. Es wäre keine
Grundgesetzänderung, sondern lediglich eine Erweiterung des
Bundeswahlgesetzes[56] nötig, um ihn einzuführen. (Ein solches Vorhaben
steht, notabene ausgerechnet im Parteiprogramm der AfD!)
Das Schweizer Modell der direkten Demokratie zeigt: Das breite
Mitspracherecht wirkt als gesellschaftliches Ventil, als aussteuernder
Mechanismus.[57] Die Lösung politischer und gesellschaftlicher Konflikte
wird nicht allein den Parteien und staatlichen Institutionen überlassen,
sondern kann mit Initiativen und Referenden erreicht werden. Bei denkbar
größter allgemeiner Akzeptanz.
Gäbe es den Volksentscheid bei uns, dann könnten unsere
parlamentarischen Vorturner ihre Angriffe auf den Sozialstaat und ihre
Kriegstreiberei gegen Russland vergessen. Doch auf einen freiwilligen
Machtverzicht unserer Berliner Herrschaften zu setzen wäre ebenso
intelligent, wie vom Puffgänger einen Beitrag zum Bevölkerungswachstum
zu erwarten.
Quellen:
Anmerkung der Autoren:
Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für
Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter
Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz
öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert:
https://publikumskonferenz.de/blog
Link zum Originaltext
bei ' publikumskonferenz.de '
..hier
|
Passend zum Thema:
02.06.2025 00:00 |
auf Telegram ansehen 
Wie rechtsextrem ist
eigentlich die neue Regierung?
Die GroKo ist im Amt. Ihren Antritt hatte ihr zuvor der deutsche
Inlandsgeheimdienst mit der Nazi-Keule gegen die AfD versüßt. Es geht
dabei vor allem darum, den Mythos der „demokratischen Mitte“ durch
Abgrenzung zu füttern. Es geht auch ums Verschleiern und das Brechen von
Widerstand. - Bloßer Lobbyismus war gestern. Heute hat das
Großkapital wichtige politische Ämter in Deutschland direkt erobert. Den
billionenschweren Vermögensverwalter BlackRock hievte die CDU mit dessen
ehemaligen Deutschland-Chef Friedrich Merz ins Kanzleramt. .. [Quelle:
publikumskonferenz.de]
JWD
..weiterlesen
20.05.2025 00:00 |
#Machtstrukturen |
auf Telegram ansehen 
Die dunklen Mächte, die das anglo-amerikanisch-zionistische Imperium
kontrollieren,
sind die Ursache der Weltkrise
- Richard C. Cook -
Die heutige, sich
ausbreitende Weltkrise datiert in ihrer gegenwärtigen Phase auf vor über
500 Jahren zurück, als der kleine Inselstaat England, nachdem er
aufgrund der Eheprobleme von König Heinrich VIII. dem Katholizismus
abgeschworen hatte, unter seiner Tochter Elisabeth I. ein okkultes
Projekt der Welteroberung startete.[i] - Dieses Ziel sollte durch
weltweite Handelskolonisierung, einschließlich einer starken Beteiligung
am internationalen Sklaven- und Drogenhandel, und durch Kriege gegen....
[Quelle: globalresearch.ca]
JWD
..weiterlesen
03.05.2025 23:00 | auf Telegram ansehen
"Nicht vorgesehen" –
Faeser will AfD-Verbotsgutachten laut Medien nicht
veröffentlichen
- Seit dem 2. Mai 2025 wird die Partei
Alternative für Deutschland (AfD) laut Einschätzung des Bundesamts für
Verfassungsschutz (BfV), dem Inlandsnachrichtendienst der Bundesrepublik
Deutschland unter aktueller geschäftsführender Leitung von Nancy Faeser
(SPD), als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft. -
Die seit Jahren medial geschürte Vorverurteilung von Wählern und
Sympathisanten der Partei, die gesellschaftliche Abwertung und
Bezeichnung als potenzielle "Rechtsextremisten" oder forciert "Nazis",
erfährt damit nun .. [Quelle:
dert.online] JWD
..weiterlesen
18.02.2025 14:00 |
#Machtstrukturen | auf Telegram
ansehen 
Bundestagswahl: Diese Verschwörung zerstört Deutschland
– was steckt
hinter
Merz, Scholz & Co.? - Folgenschwer für Europa! „Deutschland wird
ruiniert. – Aber es herrscht Schweigen über die Ursachen!“ Systematisch
wird Deutschland deindustrialisiert. Es findet ein riesiger Angriff
getarnter Schattenmächte auf die EU und deren stärksten Staat statt.
Doch welche Rolle spielen dabei deutsche Politiker und wer agiert hier
im Hintergrund? Wird Merz als zukünftiger Bundeskanzler eine
wirtschaftliche Wende einläuten? Oder handeln sie alle wie
Auftragskiller an der deutschen Industrie? Kla.TV deckt auf, dass dies
ganz und gar keine Verschwörungstheorie ist, sondern belegte Realität... [Quelle: kla.tv] JWD
..weiterlesen
|
|
|