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25.06.2026 01:00 | Teilen Muss der Staat Israel vom Faschismus befreit werden? Wir werden uns – oft erst mit Verzögerung – der Verbrechen bewusst, die die Regierung von Benjamin Netanjahu an der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, im Libanon, in Syrien und im Iran begangen hat. Keine andere Regierung der Welt ist der Ansicht, dass die Beseitigung derer, die sich ihr widersetzen, alle Kollateralschäden rechtfertigt, ganz gleich, wie hoch deren Zahl auch sein mag. - Wir müssen uns auch bewusst machen, dass diese Denkweise nicht aus dem Nichts entsteht, sondern eine lange und abscheuliche Geschichte hat. [Quelle: voltairenet.org] JWD Wir müssen unsere Verantwortung wahrnehmen und eingreifen, bevor diese Regierung beginnt, ihre eigenen Mitbürger anzugreifen. Nicht, weil diese wertvoller wären als Araber und Perser, sondern weil sie genau dasselbe sind: Auch sie sind Menschen.
Von
Thierry Meyssan | Quelle: Voltaire Netzwerk | Paris
(Frankreich) | 23. Juni 2026
Diese Tatsache wurde erst deutlich, als er sich gegen den Friedensplan der USA mit dem Iran aussprach, denn zum ersten Mal zeigte sein wichtigster Verbündeter, dass ein anderer Weg möglich war. Seit dem Machtantritt der Koalition aus Likud und Kahanisten [1], haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass die derzeitige israelische Regierung das „revisionistische zionistische“ Projekt von Ze’ev Vladimir Jabotinsky fortsetzt [2]. Obwohl wir wiederholt betont haben, dass das „revisionistische zionistische“ Projekt eines „jüdischen Reiches“ nichts mit dem „Zionismus“ von Theodor Herzl zu tun hat, haben einige Leser unsere Argumente zurückgewiesen, da sie glaubten, diese würden eine antisemitische Voreingenommenheit verschleiern. Abgesehen davon, dass dies beleidigend ist, wird damit unser Einsatz für die Gleichberechtigung aller Menschen ignoriert. Wir erinnern daher an eine lange Zeit verschleierte Tatsache: Die revisionistischen Zionisten waren Verbündete des Duce Benito Mussolini und verhandelten während des gesamten Zweiten Weltkriegs und sogar darüber hinaus mit Vertrauten des Führers Adolf Hitler. Gemeinsam mit SS-Offizier Adolf Eichmann organisierten sie die Deportation Tausender ungarischer Juden nach Auschwitz [3]. Der Operation „Al-Aqsa-Flut“ vom 7. Oktober 2023 folgte eine Konfusion. Es enststand danach eine Debatte darüber, ob die israelische Reaktion als Völkermord einzustufen sei oder nicht. Einige argumentierten, dass zum einen die israelischen Streitkräfte offensichtlich nicht darauf abzielten, Ziele aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit zu töten, und zum anderen, dass es keinen entsprechenden Regierungsbefehl gegeben habe. Dennoch setzten die israelischen Streitkräfte (IDF) die „Dahiyé-Richtlinie“ um, die im Oktober 2008 vom hoch angesehenen General Gadi Eizenkot verfasst worden war [4]. In Bezug auf die Vororte von Beirut und den Südlibanon hatte er damals gegenüber der Zeitung „Yediot Aharonot“ erklärt: „Wir werden unverhältnismäßige Gewalt gegen die Dörfer anwenden und dort großen Schaden und Zerstörung anrichten. Aus unserer Sicht handelt es sich nicht um zivile Dörfer, sondern um Militärstützpunkte. Das ist keine Empfehlung. Das ist ein Plan. Und er wurde genehmigt.“ Dieser Plan wurde zunächst in den letzten drei Jahren in Gaza und in den letzten Monaten im Libanon umgesetzt. Es handelt sich dabei um Kriegsverbrechen, zu denen sich ein jüdisch-arabischer Militärangehöriger öffentlich bekennt, der von 2015 bis 2019 Stabschef der IDF war und ab dem 11. Oktober 2023 als Minister ohne Geschäftsbereich dem Kriegskabinett angehörte. Diese Kriegsverbrechen zielen jedoch darauf ab, den Widerstand der Bevölkerung in Gaza und im Libanon zu zerschlagen. Die Widerstandskämpfer mit der Zivilbevölkerung gleichzusetzen, bedeutet, zu bekräftigen, dass man alle Bewohner Gazas und alle Libanesen im Süden auslöschen will. Dies stellt zweifellos einen Völkermord dar. Es war Aufgabe des Internationalen Gerichtshofs (des internen Gerichts der Vereinten Nationen), dies festzustellen. Genau das hatte Südafrika, das bereits während der Apartheid unter den revisionistischen Zionisten gelitten hatte, bereits am 29. Dezember 2023 zu erreichen versucht. Leider lehnte die Mehrheit des Gerichtshofs dies zunächst unter dem Einfluss seines Präsidenten, des Libanesen Nawaf Salam, ab. Dieser verdankt sein Familienvermögen dem Kauf von Ländereien der palästinensischen Bourgeoisie durch seinen Großvater im Auftrag von Lord Lionel Walter Rothschild. Nach seinem Eingreifen wurde er zum libanesischen Ministerpräsidenten ernannt … wo er sich nun mit dem konfrontiert sieht, was er in Bezug auf Gaza nicht zu beurteilen vermochte. Die Frage, die sich nun stellt, lautet: „Muss der Staat Israel vom Faschismus befreit werden?“, so wie man vorgab, Deutschland zu entnazifizieren. Jeder muss sich nämlich bewusst sein, dass Benjamin Netanjahu und seine Verbündeten die Absicht haben, den Staat Israel, den sie bereits als „jüdischen Staat“ definiert haben, grundlegend umzugestalten, und von dem sie gesagt haben, dass sie ihn nicht mehr zu einem „Athen“, sondern zu einem „Super-Sparta“ machen wollen. [5]. Diese Frage könnte von entscheidender Bedeutung sein: Bislang begeht die Koalition unter Benjamin Netanjahu zwar Folter, Kriegsverbrechen und Völkermord, hat jedoch noch nie das Leben ihrer Gegner bedroht. Dies ist jedoch der nächste Schritt bei ihrer Machtübernahme und der Verwirklichung ihrer Ziele. Sie hat dies nicht aus Menschlichkeit getan, sondern aus einem einzigen Grund: um die Einheit des israelischen Volkes aufrechtzuerhalten und so ihr Image zu nutzen, um ihre Verbrechen zu verschleiern. Wir alle – Israelis und Nicht-Israelis, Juden und Nicht-Juden – müssen begreifen, dass die „revisionistischen Zionisten“ Feinde der Menschheit sind. Sie haben 1921–1923 ohne jede Hemmung pro-sowjetische ukrainische Juden ermordet [6], dann die wohlhabendsten ungarischen Juden in den Jahren 1942–1945. Morgen werden sie nicht zögern, diejenigen zu töten, die sich ihnen widersetzen, ganz gleich, wer sie sind. Wir müssen die Tatsachen nüchtern betrachten und ihnen Einhalt gebieten. Thierry Meyssan
Autor:
Thierry Meyssan
| Übersetzung:
Werner Leuthäusser
Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons (CC
BY-NC-ND)
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